Anhänger japanischer Popkultur haben sich im Rahmen der diesjährigen Aninite zwischen 27. und 29. August getroffen. Pandemiebedingte Auflagen standen dem Vergnügen nicht im Wege.

Vösendorf an der südlichen Peripherie Wiens ist den meisten primär als Standort der Shopping City Süd (SCS) bekannt. Etwas im Schatten der Einkaufstempel und auf der anderen Seite der Magistrale gelegen, die Wien mit dem Süden verbindet, befindet sich das Eventhotel Pyramide, Austragungsort zahlreicher Veranstaltungen, unter anderem der Aninite. Vor fast vierzig Jahren eröffnet, sticht das Bauwerk auch heute noch mit seiner markanten Form heraus, die an ägyptische Pyramiden gemahnt. Anders als diese architektonischen Vorbilder sollte der Vösendorfer Abkömmling aber nicht als Grabmal und Stätte religiöser Zeremonien dienen, sondern als Ort der Erholung und Freizeitgestaltung. Zunächst als Wellnessoase in Betrieb genommen, wird die Pyramide im 21. Jahrhundert als Veranstaltungshalle mit angeschlossener Nächtigungsmöglichkeit rege genutzt. Kleinere bis mittelgroße Events sind mit der modular angelegten Ausstellungsfläche gut bedient, und die Verkehrsanbindung ist hervorragend.

Japan trifft tropisches Ambiente

Die Aninite als Treffpunkt der Freunde japanischer Popkultur hat nach Locations wie Multiversum Schwechat, Magna Racino und Metastadt heuer auf die Pyramide gesetzt. Die Inhalte passen nicht ganz zur Architektur und der Innenausstattung der Halle, welche sich redlich bemüht, tropisches Flair zu verbreiten. Pragmatisch betrachtet überzeugen die Vorteile der Location aber allemal, und schließlich betritt man auch den ehrwürdigen Pariser Louvre durch eine Glaspyramide. Der Austragungszeitraum von 27. bis 29. August zeigte sich unter mikroklimatischen Aspekten gnädig und verzichtete auf extreme Außentemperaturen, welche sich durch die Vollverglasung im Inneren wohl deutlich verstärkt hätten. Gleichwohl erfreute sich das Freigelände mit seinen Foodtrucks großer Beliebtheit bei den Besuchern, wie überhaupt die gesamte Organisation der Aninite mustergültig ist. Neuerdings gibt es eine eigene Security-Kraft, die am Bahnsteig der Badnerbahn dafür sorgt, dass es zwischen den oft extravagant gekleideten Aninite-Besucher*innen und anderen Passagieren nicht zu Missverständnissen kommt.

Manga, Anime und japanische Lebensart

Womit schlussendlich erklärt sei, welche Themen die jährliche Aninite eigentlich abdeckt. Obwohl seit gut zwanzig Jahren abgehalten und eine der größten deutschsprachigen Veranstaltungen ihrer Art, schafft es die Aninite kaum in die Schlagzeilen verbreiteter Medien. Dabei geht es auf dieser Zusammenkunft längst nicht nur um Mangas, Animationsfilme, Computerspiele und Cosplay, sondern um Japan und seine Kultur im Allgemeinen, und somit um einen interkulturellen Austausch. Japan ist geografisch gesehen nur eine kleine Inselkette im Pazifik, die immer wieder von Erdbeben heimgesucht wird. Es ist aber auch ein Land der Extreme, in dem uralte religiöse Traditionen auf Disziplin und technische Perfektion treffen, ohne dass dies zu großen Verwerfungen führt. Japan ist bekannt für klare Formen und eine Ästhetik, die sich der Demut und Bescheidenheit verpflichtet fühlt, genauso aber für eine überschwängliche „Kawaii“-Popkultur, die Europäern bisweilen kitschig erscheint und sich in Phänomenen wie J-Pop, Visual Kei oder einer Formation wie Babymetal manifestiert. 

Popkultur made in Japan

Die Aninite fühlt sich genau dieser Popkultur verpflichtet und gilt als Treffpunkt Gleichgesinnter, die nicht selten vieles daraus übernehmen und schlussendlich einer Japanophilie fröhnen, die weit über eine bestimmte Kulturform hinausgeht. Im Mittelpunkt stehen dennoch die Animationsfilme, die unter dem Begriff „Anime“ subsumiert werden und der Aninite ihren Namen verliehen haben. Um diese typisch japanische Kunstform und deren literarische Ergänzung, die Mangas, ist eine riesige Fangemeinde entstanden, die sich auf Conventions wie der Aninite trifft. Wie bedeutend diese Kulturform mittlerweile ist, lässt sich schon der Tatsache entnehmen, dass keine große Buchmesse mehr auskommt ohne Mangaabteilung und Cosplay-Wettbewerb. Bei Cosplay geht es darum, Charaktere aus Mangas oder Animes nachzustellen, oft mit aufwendig selbstgenähten Kostümen oder stilisierten Waffen, die selbstredend ungefährlich sind. Dahinter steht eine Faszination, die weite Kreise zieht, und schlussendlich mit der Aninite und ähnlichen Events eine Repräsentation erhält. Die Aninite wird auch 2022 stattfinden, nähere Informationen dazu hält die Veranstalter-Webseite rechtzeitig bereit.

Fotos: Robert Heininger

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Quelle: Messe & Event Magazin
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Kategorien: Messebau

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